J`ACCUSE! IM NAMEN DER TIERE KLAGE ICH AN!
Die Kriegshandlungen im Nahen Osten lassen angesichts der grauenvollen Bilder der verzweifelnden und flüchtenden Menschen vergessen, daß auch Tiere Opfer und Leidtragende sind. Sie werden zurückgelassen, irren orientierungslos durch die Trümmerlandschaften, sind verletzt, werden von den Panzern zermalmt, den Bodenminen und Raketen zerfetzt.
Der Nahe Osten ist Tatort einer von Militärs organisierten Welle der Gewalt, Grausamkeit und Destruktivität. Die Heiligkeit des Lebens, die nach jüdischer Tradition auch für das Leben der Tiere gilt, ist vergessen und kein Politiker, kein religiöser Repräsentant stellt die grundsätzliche Frage, wieweit das Verbot des Tötens, das im Zentrum des kulturellen und religiösen Erbe aller drei monotheistischen Religionen steht, in dieser Form gebrochen werden darf. Mit großer Willkür berufen Politiker und Politikerinnen sich ausgerechnet auf die Religion, etwa auf Worte des Propheten Jeremiah, um ihre machtpolitischen Ziele zu rechtfertigen. Ein Unterschied zwischen den dumpfen Jihad-Rufen der islamischen Fundamentalisten und der mit biblischen Quellen begründeten Vergeltungspolitik der israelischen Politiker ist kaum mehr feststellbar. In beiden Fällen werden religiöse Traditionen mißbraucht und einseitig und manipulativ benutzt. Das eigentliche Anliegen, die Heiligkeit des Lebens, paßt nicht ins Konzept. Wer die Heiligkeit des Lebens ernst nimmt, müßte mit dem Töten aufhören, dem Töten der Menschen ebenso wie mit dem Töten der Tiere.